Hasskriminalität

Hate Crime-Jahresbericht 2021

Im Jahr 2021 wurden 5.464 vorurteilsmotivierte Straftaten erfasst während die Aufklärungsquote durch die Polizei bei 68,8 Prozent liegt. Innenminister Gerhard Karner spricht von einem wichtigen Beitrag für das demokratische Zusammenleben in Österreich durch die strukturierte Erfassung der Polizei von vorurteilsmotivierten Straftaten.

"Durch die strukturierte Erfassung von vorurteilsmotivierten Straftaten leistet die Polizei einen wichtigen Beitrag für das demokratische Zusammenleben in Österreich. Entscheidend ist aber vor allem das konsequente Vorgehen der Polizei gegen derartige Straftaten. Vor allem im Zuge der Versammlungen der Corona Maßnahmengegner wurden zahlreiche Strafanzeigen wegen Verharmlosung des Holocaust erstattet", so Gerhard Karner.

Im Zeitraum von Jänner bis Dezember 2021 wurden in Österreich durch die Polizei 5.464 vorurteilsmotivierte Straftaten – sogenannte "Hate Crimes" – erfasst. Da eine Tat mehrere Vorurteilsmotive haben kann, übersteigt die Zahl der dokumentierten Vorurteilsmotive die Gesamtsumme der strafbaren Handlungen. Insgesamt wurden in der Erfassungsperiode 6.619 Vorurteilsmotive dokumentiert. Wie bei der Polizeilichen Kriminalstatistik werden nur solche Straftaten einbezogen, deren polizeiliche Ermittlungen bereits abgeschlossen worden sind. 68,8 Prozent der vorurteilsmotivierten Straftaten innerhalb des Erfassungszeitraums konnten bereits durch die Polizei aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote liegt somit über dem allgemeinen Durchschnitt aufgeklärter Straftaten.

Am meisten vorurteilsmotivierte Straftaten wurden in absoluten Zahlen in Wien (1.451), Oberösterreich (1.006) und Niederösterreich (809) verzeichnet, relativ zur Wohnbevölkerung jedoch am meisten in Salzburg, Wien und Oberösterreich.

Vorurteilsmotivierte Straftaten werden in neun Motiven kategorisiert. Im Jahr 2021 wurden die neun Vorurteilsmotive in folgender Reihung nach Häufigkeit erfasst: Weltanschauung (2.052), nationale/ethnische Herkunft (1.874), Religion (750), Hautfarbe (408), sexuelle Orientierung (376), Geschlecht (354), sozialer Status (287), Alter (266) und Behinderung (252).

Verglichen mit der allgemeinen Polizeilichen Kriminalstatistik 2021 waren die erfassten Tatverdächtigen bei Hate Crimes häufiger Jugendliche und männliche Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Außerdem auffällig war bei antisemitisch motivierten Hate Crimes der hohe Anteil ermittelter Online-Straftaten, vor allem von Verhetzungen und antisemitischen Bildbotschaften. Mehr als die Hälfte muslimfeindlicher Vorurteilsmotive werden hingegen im (halb-)öffentlichen und privaten Raum registriert. Christenfeindlichkeit wiederum äußert sich häufiger in Angriffen auf Sakralstätten, vor allem durch Sachbeschädigungen.

Schulungsstrategie für Polizei mit e-Award ausgezeichnet

Seit August 2020 wird die Polizei im Erkennen und Erfassen von Vorurteilsmotiven flächendeckend geschult. Am 1. November 2020 wurde zu deren Erfassung gemäß Opfergruppen im polizeilichen Protokollierungsprogramm die Registerkarte "Motiv" freigeschalten und seitdem ist dies ein fixer Teil der Arbeitsroutine der österreichischen Polizei geworden. Die eingetragenen Daten werden über eine eigens geschaffene Schnittstelle mittels "Elektronischem Rechtsverkehr (ERV)" an die Justiz übertragen.

"Die neu eingeführte Schulungsstrategie für unsere Polizistinnen und Polizisten ist eine wichtige Neuerung für moderne Polizeiarbeit, die auch 2021 mit dem e-Award ausgezeichnet wurde", sagte der Innenminister. "Polizeiliche Hate-Crime-Statistiken haben sich international als ein wichtiger Aspekt zur Erfassung sozialer Bruchlinien und des Sicherheitsempfindens durchgesetzt. Auf Basis etablierter Definitionen und Indikatoren wird seit November 2020 auch in Österreich gezielt und vor allem opferzentriert ermittelt und dokumentiert."

Links:

Entscheidend sei das konsequente Vorgehen der Polizei gegen vorurteilsmotivierte Straftaten, sagte Innenminister Karner.
Foto: ©  BMI / Pachauer

Artikel Nr: 19823 vom Freitag, 22. Juli 2022, 09:46 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion

Share Facebook
Share Twitter

Zurück

Samstag, 20. August 2022
Wien

Mittwoch, 24. August 2022
Tirol

Mittwoch, 24. August 2022
Tirol

Samstag, 27. August 2022
Wien

Donnerstag, 1. September 2022
Tirol

zu den Terminen