Ausbildung

Nehammer: "Polizei wird verstärkt auf Antisemitismus sensibilisiert"

Polizistinnen und Polizisten sollen verstärkt auf Antisemitismus sensibilisiert werden. Dafür hat der Bildungsexperte Daniel Landau ein neues Ausbildungsmodul erarbeitet, das acht Stunden umfasst und ab Herbst starten soll.

"Die jungen Polizistinnen und Polizisten werden das Rüstzeug bekommen, um antisemitische Straftaten rechtzeitig zu erkennen und um die negative Vielfalt des Antisemitismus kennen und begreifen zu lernen", kündigte Innenminister Nehammer an. "Es soll damit ein noch professionelleres polizeiliches Einschreiten, in Zusammenhang mit dieser höchst sensiblen Thematik, sichergestellt werden." Als Beispiel führte Nehammer die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung, wo in der Vergangenheit unter anderem auch judenfeindliche Parolen skandiert wurden, an. Ebenso wie bei den jüngsten Anti-Israel-Demonstrationen in Wien.

Aus- und Fortbildung vertiefen

Auch jetzt schon ist der Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen Teil der Polizeiausbildung. Künftig wird es zusätzlich acht Einheiten, zur Hälfte online, geben, die sich auf verschiedene Arten mit dem Thema Antisemitismus auseinandersetzen. Das erklärte der Bildungsexperte Daniel Landau, der selbst jüdische Wurzeln hat. Thematisiert werden unter anderem konkrete Biografien aus der Zeit zwischen 1939 und 1945, um Opfer wie Täter, aber auch Schattierungen sichtbar zu machen. Ein weiteres Modul wird sich mit Verantwortung beim polizeilichen Handeln befassen. Zudem werden die angehenden Polizistinnen und Polizisten die Möglichkeit haben sich mit jungen Jüdinnen und Juden auszutauschen, um hautnah und authentisch zu erfahren, was jüdisches Leben im 21. Jahrhundert bedeutet. Ein Skriptum, das über problematische Begrifflichkeiten und Phrasen aufklärt, wird die Ausbildung untermauern. Im September 2021 startet der Probebetrieb, die Module werden nicht nur im Rahmen der Grundausbildung, sondern auch der Fortbildung absolviert werden können.

Geschichte kennen und Verantwortung übernehmen

"Österreich hat aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung für den Staat Israel. Die Solidarität und Verbundenheit zwischen Israel und Österreich rechtfertigt es aus meiner Sicht zu hundert Prozent, die israelische Fahne zu hissen - als Symbol der Solidarität, dass Menschen aus Angst vor Raketen in Bunker laufen müssen, die abgefeuert werden von terroristischen Organisationen", sagte Nehammer. "Solidarität mit den Opfern muss immer angebracht sein – ich habe die gleiche Solidarität mit den zivilen Opfern auf palästinensischer Seite."

Polizistinnen und Polizisten sollen verstärkt auf Antisemitismus sensibilisiert werden.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 18678 vom Samstag, 22. Mai 2021, 08:25 Uhr
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